Heute möchte ich Euch seit langer Zeit mal wieder ein paar interessante Informationen über das Thema Training, und alles was da rundherum so dazu gehört, zukommen lassen.

Sensomotorik, was ist das überhaupt und wofür brauche ich sie?

Allein die Fähigkeit des Muskels zur Kraftentwicklung, reicht nicht aus um in den unterschiedlichsten Belastungssituationen eine optimale Muskelfunktion zu gewährleisten. Erst das optimale Timing des Krafteinsatzes, die schnelle Reaktion und das perfekt koordinierte Zusammenspiel aller an der Bewegung beteiligten Muskeln stellen Bewegungssicherheit, Geleitschutz und -stabilität sicher. 
Universitätsprofessor Erich Müller von der Universität Salzburg sagt: "Die Qualität einer Bewegung ist abhängig von der Qualität der sensomotorischen Wahrnehmung".  Hierbei ist zu erklären, dass Haut, Muskeln, Sehnen, Bänder, Gelenke etc. über eine große Anzahl an Sensoren verfügen welche alle wichtigen Vorgänge die bei einer Bewegung stattfinden messen und als Information an das Großhirn senden. Im Großhirn wiederum ist das sensorische Areal dazu da diese Informationen dann für eine gut koordinierte Bewegung zu nutzen und diese zu steuern. 

Beispiel Rumpfstabilisation

Um das Rückgrat des Menschen zu stabilisieren befinden sich entlang der Wirbelsäule mehr als 150 verschiedene kleine wie große Muskeln. Um ein bestimmtes Bewegungsmuster auszuführen sendet das Gehirn eine entsprechende sensomotorische Information an alle beteiligten Muskeln um diese während der Bewegung zu koordinieren. Damit die Wirbelsäule gestützt wird muss sie physikalisch richtig belastet werden und um die Rumpfstabilität zu gewährleisten werden die vielen kleinen und großen Muskeln entlang der Wirbelsäule koordiniert. Dies erfolgt vom Gehirn über die entsprechende sensomotorische Information welche dann die muskuläre Reaktion entsprechend der Information auslöst. 

Jetzt kommen wir zu einem der häufigsten Problemen in unserer heutigen Gesellschaft:
Durch Inaktivität geht Sensibilität verloren! Ein Problem hierbei ist häufig eine zu geringe Aktivierung der Muskeln. Durch die geringe körperliche Aktivität geht dann die Sensibilität der Fühler (sensomotorischen Sensoren) verloren. Aus Folge daraus bekommt das Gehirn bestimmte äußerst wichtige Informationen nicht mehr und ist so außerstande zeitgerecht die entsprechenden Muskeln, für die notwendige Bewegung, fein abgestimmt anzusteuern. Dadurch kann es dann zu Fehlhaltungen oder Fehlbewegungen kommen welche die Wirbelsäule schädigen und zu Schmerzen führen können.

Jedoch kann durch gezieltes Training die sensomotorische Wahrnehmungsfähigkeit verbessert werden wodurch dann das Gehirn zu einer besseren Koordinationssteuerung imstande ist. Dadurch ergibt sich einfach ausgedrückt ein besserer Schutz eines bestimmten Bereichs wie zum Beispiel der Wirbelsäule.

Generell versteht man unter sensomotorischem Training "kräftigende Übungen" unter erschwerten koordinativen Bedingungen. Praktisch bedeutet das zum Beispiel eine Kniebeuge auf instabiler Unterlage wie Gummi- oder Schaumstoffunterlage, Seilzugübungen auf Therapiekreiseln oder Liegestütz auf einer Wippe durchzuführen. Besonders das Core-Training zur Kräftigung der wirbelsäulen- und beckenstabilisierenden Muskulatur ist aktuell besonders beliebt. Das Training kann dazu mit einem Sitzball, welche während der Übung eine destabilisierende Wirkung hat, intensiviert werden.
Ein Buchtipp hierzu: Jan Pauls, Das große Buch vom Krafttraining.

Um nun also zum Beispiel Rückenschmerzen vorzubeugen ist es notwendig die Sensomotorik, also die Reaktionsfähigkeit des Körpers auf sich ändernde äußere Umstände, zu verbessern. 

Auf los geht´s los! Ich stehe Euch gerne jederzeit tatkräftig zur Verfügung. 

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